Kehlsteinhaus
und Obersalzberg

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Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte des Kehlsteinhauses

Mit wohl dem umwerfendsten Panoramablick in Deutschland ist das Kehlsteinhaus die mit Abstand schönste Sehenswürdigkeit in Berchtesgaden. 1834 m über den Dächern Berchtesgadens thronend, könnt ihr an einem klaren Tag bis zu 193 Kilometer weit sehen! Bis heute scheiden sich die Geister bei der Frage ob das gesamte Kehlsteinhaus-Projekt von der Bergstraße bis zur Berghütte auf dem Gipfel ein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939 war oder nicht. Fest steht aber das es eines der beeindruckendsten Bauwerke der Welt ist und bleibt.

Der Nazi-Ingenieur Martin Bormann wählte den Standort sorgfältig aus, weil er wusste, dass Hitler die Aussicht im Teehaus, das er täglich besuchte, liebte. Es war keine kleine Leistung, denn die gewundene Straße erforderte 3000 Arbeiter, die unter gefährlichen Bedingungen rund um die Uhr arbeiteten. Während es rund 13 Monate dauerte, die 6,5 Kilometer lange Straße zu bauen, wurde das Haus auf dem Gipfel ein Jahr zuvor, im Herbst 1938, fertiggestellt.

Das Innere des Hauses war aufwendig dekoriert, einschließlich eines Marmorkamins, der ein Geschenk des italienischen Diktators Mussolini war. Trotz der Schönheit und einzigartigen Lage stattete Hitler dem Kehlsteinhaus jedoch nur 13 offizielle Besuche ab, die meisten davon im ersten Jahr. Das ist ziemlich seltsam, wenn man bedenkt, dass er fast 1/3 seiner Zeit an der Macht auf seinem Berghof am nahe gelegenen Obersalzberg verbrachte. Das erste Mal besuchte er das Kehlsteinhaus am 16. September 1938 und das letzte Mal am 17. Oktober 1940.

Die häufigsten Gründe, über die man heutzutage bescheid weiß, sind, dass Hitler die Luftdruckveränderung durch die große Höhe im Kehlsteinhaus nicht mochte und dass er Angst hatte, im Aufzug von einem Blitz getroffen zu werden oder einem Attentat ausgesetzt zu sein. Obwohl Hitler selbst nicht oft das Gelände besichtigte, besuchte seine Geliebte Eva Braun das Kehlsteinhaus. Evas Schwester Gretl gab 1944 sogar ihren Hochzeitsempfang im Kehlsteinhaus.

Während der Eroberung der Alliierten 1945 blieb das Kehlsteinhaus von Bombenangriffen durch die Briten verschont. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden am Obersalzberg wurde dieses nicht abgerissen, sondern 1952 in ein Restaurant umgewandelt. Das Kehlsteinhaus-Restaurant bietet gutes Essen und eine schöne, sonnige Terrasse.

https://www.kehlsteinhaus.de/

Öffnungszeiten und Preise

Im Sommer, meistens von Mai bis Oktober fährt der Bus täglich von 8:55 – 16:00 Uhr im 25 Minuten Takt.

Letzte Talfahrt 16:50 Uhr

Im Winter von November bis April ist das Kehlsteinhaus geschlossen!

Hin-/Rückfahrt inkl. Lift: pro Erwachsene: 17,10 EUR
Kinder bis 14 Jahre:  9,90 EUR
Ermäßigungen für Familien, Gruppen, Kinder (6-14 Jahre) sowie bei Vorlage der Gästekarte.
Hunde: kostenlos

Im Moment ist das Kehlsteinhaus wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres geschlossen

Im Tunnel auf dem Weg zum Kehlsteinhaus in Berchtesgaden

Der Weg zum Kehlsteinhaus

Um die Schönheit des Kehlsteins und der umliegenden Natur entschied der Architekt Roderich Fick schon damals, die letzten Meter hinauf zum Kehlsteinhaus durch einen Aufzug im Inneren des Bergs zu überwinden.

Durch einen Tunnel gelangt ihr zu diesem Aufzug. Dieser ist weitestgehend Original erhalten. Verspiegelt, vergoldet und mit grünen Ledersesseln ausgestattet, die wegen des hohen Besucheraufkommens allerdings meistens hochgeklappt sind. Nach etwa 124 Metern mit dem Aufzug gelangt ihr ins Innere des Kehlsteinhauses.

Wenn ihr nicht mit dem Aufzug fahren möchtet, könnt ihr auch hoch wandern. In etwa 20 Minuten erreicht ihr so den Gipfel.

Was ihr auf jeden Fall machen müsst ist die „Wanderung“ zum Gipfelkreuz. Von hier habt ihr den schönsten Blick auf das Kehlsteinhaus und könnt auch eines der Postkartenfotos mit Blick ins Tal machen.

Kehlsteinstrasse auf dem Weg zum Kehlsteinhaus

Die Kehlsteinstraße

Nach nur 13 Monaten Bauzeit wurde die Kehlsteinstraße 1938 fertiggestellt und ist ein Meisterwerk des Nazi-Ingenieurs Martin Bormann und des Erbauers der Deutschen Autobahnen Dr. Todt. Die 6,5 Kilometer lange Straße mit einem Höhenunterschied von 700 Metern und 5 Tunneln wird mit nur einer einzigen Kehre überwunden. Wegen der steilen Felsabbrüche gab es einfach keinen Platz für weitere Kehren, was die Straße noch beeindruckender macht.

Die Fahrt auf der Bergstraße mit dem Bus ist aufregend (nicht beängstigend) und bietet wunderschöne Aussichten. Da der größte Teil der Straße nur einspurig ist, hält der Bus einige Male an, um auf entgegenkommende Busse zu warten. Die steile einspurige Bergstraße ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Da die Strecke für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, ist die einzige Möglichkeit, Hitlers berühmtes Kehlsteinhaus zu erreichen, neben einer etwa 2 Stündigen Wanderung, die Fahrt mit dem Bus. Dazu müsst ihr an der Kasse am Obersalzberg ein spezielles Ticket holen.

Dokumentation Obersalzberg

Die Dokumentation am Obersalzberg wurde 1999 vom Freistaat Bayern in Auftrag gegeben, durch das Institut für Zeitgeschichte konzipiert und realisiert und schließlich am 20. Oktober 1999 eröffnet. Das Museum wurde auf den Ruinen des ehemaligen Gästehauses Hoher Göll gebaut, vor allem auch damit die Bürger aus der Vergangenheit lernen und sich diese nie wiederholt. Historiker waren glücklich über diese Entscheidung, denn als die Stadt 1952 die Kontrolle über sechs weitere ehemalige Nazi-Gebäude erhalten hatte, rissen sie diese aus Angst vor Glorifizierung ab.

Das ursprüngliche Fundament des ehemaligen Gästehauses Hoher Göll und große Teile des unterirdischen Bunkersystems der Nazis wurden, so geschmackvoll wie es bei einem solch heiklen Thema geht, in das heutige Museum des Dokumentationszentrums integriert. Man kann selbstständig die unterirdischen Bunkeranlagen besichtigen und fühlt sich wirklich in die Vergangenheit versetzt. Wir finden die Informationsexponate des Museums faszinierend und sehr lehrreich und empfehlen euch sehr den Besuch des Kehlsteinhauses mit einem Besuch in der Dokumentation Obersalzberg zu verbinden. Die Dokumentation am Obersalzberg wurde gebaut, um jährlich 30.000-40.000 Besucher zu empfangen, wird aber durch den stetigen Anstieg der Besucherzahlen, wegen Platzproblemen, gerade erweitert und neu gestaltet.

https://www.obersalzberg.de/

Öffnungszeiten und Preise Dokumentation Obersalzberg

April bis Oktober

Täglich 9 bis 17 Uhr
Letzter Einlass: 16 Uhr

November bis März

Dienstag – Sonntag
10 bis 15 Uhr
Letzter Einlass: 14 Uhr

Montags geschlossen

Auch geschlossen am 1. Januar und 1. November sowie am 24., 25. und 31. Dezember.

Zur Zeit ist die Dokumentation Obersalzberg aufgrund der Coronavirus-Pandemie geschlossen.

Hotel Zum Türken

Seit dem Bau des Türkenhäusls im Jahre 1630 steht an diesem einzigartigen Ort ein gemütliches Landhaus. Man sagt das der Name „Türkenhäusl“ vom ursprünglichen Besitzer stammt, der ein Veteran der Türkenbelagerungen von Wien im 16. Jahrhundert war. Der Ausblick vom Hotel zum Türken, wie es heute genannt wird, ist einzigartig und genauso einzigartig ist auch seine Geschichte.

Im Jahr 1903 kaufte Karl Schuster das Türkenhäusl und baute es innerhalb von acht Jahren zum Hotel Zum Türken mit eigener Metzgerei um. Zuvor war Schuster auch Gastwirt im Purtschellerhaus am Hohen Göll, das noch heute an der deutsch-österreichischen Grenze liegt, einen wahnsinnig schönen Ausblick bietet und über die Sommermonate bewirtet wird. Das Hotel Zum Türken entpuppte sich als großer Erfolg und zog weltberühmte Gäste an. Unter anderem residierte dort Prinzregent Luitpold von Bayern, der Kronprinz Wilhelm & Prinzessin Cecilie von Preußen sowie der deutsche Komponist Johannes Brahms.

Als Hitler 1928 nebenan einzog und begann alle Gebäude auf dem Obersalzberg in der Nähe des Berghofs aufzukaufen, weigerte sich Schuster, das Hotel Zum Türken zu verkaufen. Karl Schuster sprach sich offen gegen die Nazis aus und war nicht glücklich darüber, dass die Anwesenheit von SS-Truppen im Nachbarhaus seinem Hotelbetrieb schadete. Um ihn zum Verkauf zu zwingen, schickte Hitler, Schuster für 3 Wochen in das Konzentrationslager Dachau und das Anwesen wurde von den Nazis zwangsweise beschlagnahmt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden am Rande des Parkplatzes ein Wachposten der Nazis und ein Tor der SS aufgestellt. Das Hotel Zum Türken wurde in dieser Zeit als Truppenunterkunft genutzt.

Unter dem Hotel befindet sich ein großer Teil der noch intakten unterirdischen Bunkeranlagen, die 1943 als Luftschutzbunker gebaut wurden und heutzutage der Öffentlichkeit zur Besichtigung offen stehen.

Dieser Teil der Bunkeranlagen war einst mit Hitlers verbunden und diente als geheimer Fluchtweg. Bei einem Rundgang durch die unterirdischen Bunker könnt ihr am Ende den zugemauerten Eingang sehen, der einst zu Hitlers Berghof führte.
Ihr könnt auch durch die Geschützfenster blicken und drei unterirdische Gefängniszellen besichtigen.

Insgesamt gab es am Obersalzberg sechs separate Bunderanlagen mit über 6,5 Kilometer Tunnel, die alle 30 bis 90 Meter unter der Erde lagen. Tunnelnetz bot bei Bedarf tausenden von Menschen Schutz vor Luftangriffen. Diese tiefen Bunkeranlagen schützten etwa 3.000 Menschen während der britischen Bombenangriffe am Obersalzberg.

Das Anwesen wurde am Ende des 2. Weltkriegs schwer bombardiert und der Eigentümer Karl Schuster zuvor enteignet.

Nach dem 2. Weltkrieg musste die Familie Schuster/Scharfenberg darum kämpfen, ihr beschädigtes Haus zurückzukaufen, damit es nicht von der Regierung abgerissen werden konnte. Es ist schon verrückt wenn man bedenkt, dass sie sich ihr eigenes Haus wieder kaufen mussten obwohl es ihnen nur ein Jahrzehnt zuvor genommen worden war.

Die Familie hat daraufhin das Haus komplett renoviert und führt das Hotel nun schon in der 4. Generation.
Bitte bedenkt beim Besuch also, wie viel harte Arbeit in dem Objekt steckt und welche Geschichte sich dahinter verbirgt und seid respektvoll.

https://www.hotel-zum-tuerken.de/

Öffnungszeiten der Bunkeranlagen beim Hotel Zum Türken

Die Bunkeranlagen unterhalb des Hotels sind von Mitte April bis Ende Oktober täglich (außer Dienstag) von 11 – 15 Uhr geöffnet und durch einen separaten extra gekennzeichneten Eingang erreichbar.

Bitte nicht auf dem Parkplatz des Hotels parken, wenn ihr „nur“ die Bunkeranlagen besichtigen möchtet.

Wandern zum Kehlsteinhaus

Vom Hintereck

Start: Parkplatz Hintereck (bei der Dokumentation Obersalzberg)
Gehzeit: 2 – 2 ½ Stunden

Zunächst folgst du der Kehlsteinstraße ein Stück bergauf. Das Zugangsverbot gilt erst nach 2 km, lass dich also nicht von den Verbotsschildern abschrecken. Ab und zu kannst du auch ein paar Abkürzungen nehmen um die Straßenwindungen zu überwinden. Nach ca. einer halben Stunde (ab dem Zugangsverbot) gehst du von der Kehlsteinstraße nach links weg. Auf dem Weg kannst du auch einige der kleinen Teerstraßen sehen, die überall den Wald durchqueren. Diese dienten beim Bau des Kehlsteinhauses als Versorgungswege. Etwa eine halbe Stunde später mündet der Weg in ein, vom Ofner Boden, kommendes Teersträßchen. Im Zick Zack geht es jetzt, durchgehend asphaltiert und mit mäßiger Steigung, etwa eine Stunde bergauf bis zum Buswendeplatz direkt unterhalb des Kehlsteinhauses.

Die letzten hundert Höhenmeter bewältigst du in ca. 20 Minuten auf einem aussichtsreichen, ebenfalls geteerten Zickzackweg.

Im Moment ist eine Wannderung wegen der Corona-Pandemie die einzige Möglichkeit das Kehlsteinhaus zu besuchen!

Vom Ofnerboden

Start: Ofnerboden (an der Rossfeld Panoramastraße)
Gehzeit: 1 1/2 – 2 Stunden

Ausgangspunkt ist hier der Ofner Boden. In etwa 2,5 km ab Maustelle Süd der Rossfeld Panoramastraße erreichbar. Der Wanderweg hoch zum Kehlsteinhaus beginnt direkt neben der Hütte. Bereits nach wenigen Minuten mündet er in ein kleines, für den öffentlichen Verkehr gesperrtes Teersträßchen ein. Nach ca. einer halben Stunde stößt von rechts der vom Parkplatz Hintereck hinaufführende Weg dazu. Weiter geht es wie oben beschrieben.

Reste aus der "braunen Vergangenheit"

Obwohl es an die finsterste Epoche der deutschen Geschichte erinnert, steht das ehemalige Hitlergelände und die Dokumentation am Obersalzberg bei den Gästen Berchtesgadens nach wie vor weit oben in der Besuchsrangfolge.

Die Amerikaner haben am 25. April 1945 bei ihrem Bombenangriff ganze Arbeit geleistet. Nur wenige Relikte aus der Hitlerära sind noch vorhanden. Die Rückgabe großer Teile des amerikanischen Sperrgebiets an die deutschen Behörden im Jahre 1952 war unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass die Ruinen von Hitlers Berghof und der Landhäuser Görings und Bormanns beseitigt und die gewaltigen unterirdischen Bunkeranlagen zugemauert werden. Man wollte damit sicherstellen, dass der Obersalzberg sich nicht zu einem Wallfahrtsort für Rechtsextremisten entwickelt.

Über den meisten Bauresten aus dem Dritten Reich wachsen heute Bäume und Gras. Abgesehen von dem vom Luftangriff verschont gebliebenen Kehlsteinhaus sind noch einige im Bombenhagel zwar stark beschädigte, aber inzwischen wieder aufgebaute Gebäude zu sehen. Der einstige, riesige Gutshof Bormanns an der Zufahrtsstraße von Berchtesgaden zum Obersalzberg lädt heutzutage im Sommer zum Golf spielen und im Winter zum Skifahren in atemberaubender Kulisse ein.

Sehr viel ist also heute nicht mehr zu sehen von der einstigen imposanten Bergfestung Hitlers.

Dem touristischen Interesse scheint dies allerdings keinen Abbruch zu tun. Immer noch strömen viele Menschen während der Hauptreisezeiten auf den Obersalzberg und zum Kehlsteinhaus, und dies sicher nicht nur wegen des schönen Ausblicks. Der Berg hat eben seine „braune Vergangenheit“.

Für das Berchtesgadener Land ist die heutige Popularität des Berges eine recht ergiebige Einnahmequelle – gewissermaßen ein Beitrag zur Wiedergutmachung für die Vernichtung des einstigen Urlaubsparadieses durch die NS-Herrscher und für den schlechten Ruf, in den der Obersalzberg dadurch unverschuldet geraten ist.

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