Das Purtschellerhaus mit seinen Terrassen hoch über bewaldeten Hängen und dem Tal

Wandern über der Rossfeldstraße

Purtschellerhaus
eine Hüttenpause in zwei Ländern

Start
Ahornkaser am Rossfeld
Gehzeit gesamt
rund 2½ Stunden, ohne Pausen
Hütte
1.692 m
Saison
etwa Mitte Mai bis Mitte Oktober

Unterhalb des Hohen Göll liegt das Purtschellerhaus auf einem schmalen Bergrücken. Von der Terrasse schaut ihr weit ins Salzachtal und hinüber zum Untersberg; die Grenze zwischen Bayern und Salzburg läuft mitten durch die Hütte. Wir würden am Ahornkaser starten, über den Deutschen Weg aufsteigen und nach einer ausgiebigen Hüttenpause den Salzburgersteig zurücknehmen. Für die Runde mit Einkehr könnt ihr euch gut einen halben Tag freihalten.

Am Ahornkaser beginnt die Runde
zuerst hinunter zum Eckersattel

Schon die Anfahrt über die Rossfeld-Panoramastraße gehört zu diesem Ausflug. Am Ahornkaser lasst ihr das Auto stehen und folgt der Beschilderung zum Purtschellerhaus. Der Weg führt zunächst bergab: In ungefähr einer Viertelstunde erreicht ihr den Eckersattel auf 1.413 Metern. Vor euch steigt der Eckerfirst an, auf dem die Hütte steht.

Am Sattel teilen sich die Zustiege. Für den Aufstieg empfehlen wir euch den Deutschen Weg mit seinen steilen Stufen, für den Rückweg den Salzburgersteig. So lernt ihr beide Seiten des Bergrückens kennen. Behaltet im Hinterkopf, dass ihr vom Sattel am Schluss wieder zum höher gelegenen Parkplatz hinaufmüsst.

Über Stufen zur Hütte
auf dem Deutschen Weg

Vom Eckersattel zieht der Deutsche Weg direkt den Hang hinauf. Die lange Treppe im ersten Drittel gibt die Richtung vor; danach führt der Weg durch den Bergwald weiter zur Hütte. Vom Sattel aus werden etwa vierzig Minuten angegeben. Für den gesamten Hinweg ab Ahornkaser würden wir mit einer guten Stunde bis eineinviertel Stunden rechnen.

Die Tour ist kurz, hat aber steile Abschnitte. Geht die Stufen in eurem Tempo und hebt euch Zeit für die Terrasse auf. Bei Nässe können Holzstufen und erdige Wegstücke rutschig sein; für diese Runde passen ein trockener Tag und griffige Wanderschuhe.

Eine Hütte in zwei Ländern
oben bleibt Zeit zum Sitzen

Am Purtschellerhaus lohnt sich eine längere Pause. Auf der Salzburger Seite fällt der Blick tief ins Salzachtal, bei klarer Sicht weiter zum Tennengebirge und Dachstein. Auf der anderen Seite liegt der Berchtesgadener Talkessel, dahinter der Untersberg. Rund um die Hütte rückt das Göllmassiv nah heran.

Die Staatsgrenze läuft durch das Gebäude: Ein Teil gehört zu Bayern, der andere zur österreichischen Gemeinde Kuchl. Eröffnet wurde das Haus im Jahr 1900. Seinen Namen bekam es nach dem Bergsteiger Ludwig Purtscheller; es gehört bis heute der DAV-Sektion Sonneberg.

Zurück auf der Salzburger Seite
über den Salzburgersteig

Für den Abstieg folgt ihr der Beschilderung zum Salzburgersteig, auch Österreichischer Weg genannt. Er führt in weiteren Kehren zum Eckersattel zurück. Zwischen den bewachsenen Hängen öffnen sich Blicke auf die Felsflanken des Hohen Göll und ins Salzachtal. Gerade auf diesem Teil lohnt es sich, noch einmal stehenzubleiben und sich umzuschauen.

Am Eckersattel schließt sich die Runde. Von dort steigt ihr auf dem bekannten Weg wieder zum Ahornkaser hinauf. Für die gesamte Wanderung planen wir rund zweieinhalb Stunden reine Gehzeit ein. Mit Essen, Aussicht und Pausen wird daraus ein entspannter halber Tag.

Schmaler Weg zwischen grünen Hängen am Salzburgersteig mit Blick auf Felswände und das Salzachtal

Die richtige Zeit für diese Tour
schneefreie Wege und offene Hütte

Das Purtschellerhaus ist gewöhnlich von etwa Mitte Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet. Die tatsächliche Öffnung richtet sich nach Schnee und Wetter. Gerade im Frühjahr und im Herbst entscheidet deshalb der Zustand der Wege, ob die Runde passt. Im Winter bleibt die Hütte geschlossen, einen Winterraum gibt es nicht.

Für die hier beschriebene Wanderung ist das Purtschellerhaus euer Ziel. Der Weiterweg auf den Hohen Göll führt in anspruchsvolles alpines Gelände und verlangt eine eigene Tourenplanung mit entsprechender Erfahrung. Er gehört nicht als spontaner Abstecher zu dieser Hüttenrunde.

Ist die Wanderung leicht?
Es ist eine kurze Bergwanderung mit steilen Stufen und schmalen Wegstücken. Ihr braucht genügend Kondition für Auf- und Abstieg und einen sicheren Tritt. Bei Schnee, Eis oder sehr nassen Wegen würden wir eine andere Tour wählen.
Können Kinder mitgehen?
Wenn sie steile Bergwege und längere Treppen gewohnt sind und die Gehzeit bewältigen, kann die Runde passen. Entscheidet nach Erfahrung und Kondition eurer Kinder. Für Kinderwagen ist der Weg mit seinen Stufen nicht geeignet.
Können wir auch an der Enzianhütte starten?
Ja. Von dort steigt ihr in etwa dreißig Minuten zum Eckersattel auf. Ab dem Sattel sind die Wege zur Hütte dieselben. Die hier genannte Gehzeit von rund zweieinhalb Stunden ist für unsere Runde ab Ahornkaser vorgesehen.

Anfahrt über die Rossfeldstraße
und noch Zeit für die Aussicht

Start am Ahornkaser

Ahornkaser, Rossfeld-Panoramastraße, 83471 Berchtesgaden

Vom Lampllehen fahrt ihr über Unterau und Oberau auf die Rossfeld-Panoramastraße und weiter zum Ahornkaser. Die Automaut beträgt derzeit 9,50 Euro einschließlich aller Insassen. Ihr bezahlt sie fürs Fahrzeug, nicht pro Person. Die Einkehr auf der Hütte kommt dazu.

Route in Google Maps

Wenn nach der Wanderung noch Zeit ist, könnt ihr auf der Scheitelstrecke weitere Aussichtspunkte mitnehmen und über den Obersalzberg zurückfahren. Die Runde über die Straße lässt sich gut mit der Tour verbinden, ohne dass ihr anschließend noch einen weiteren Aufstieg braucht.

Aktualisiert am 30. Oktober 2026